ST. JOSEF
ULM-JUNGINGEN


 DISPOSITION

I.Manual (Hauptwerk)

1.Principal
2.Bourdon
3.Octave
4.Flöte
5.Quinte
6.Superoctave
7.Mixtur 4f.
8.Trompete

II.Manual (Schwellwerk)

1.Rohrflöte
2.Gamba
3.Blockflöte
4.Nasard
5.Flageolett
6.Terz
7.Cymbel
8.Hautbois
Tremulant

Pedalwerk

1.Subbass
2.Octavbass
3.Gedecktbass
4.Choralbass
5.Trompetbass

Koppeln


8'
8'
4'
4'
2 2/3'
2'
1 1/3'
8'



8'
8'
4'
2 2/3'
2'
1 3/5'
1'
8'




16'
8'
8'
4'
8'

I/P, II/P, II/I

2001jungingen

 

Die neue Orgel für die Pfarrkirche St. Josef in Jungingen wurde nach einer gut einjährigen Planungs-und Bauzeit fertiggestellt. Betrachtet man die Orgel von vorne, so ist der Aufbau der Orgel deutlich erkennbar. Das Hauptwerk, platziert über dem Spieltisch mit dem Principal 8' im Prospekt. In den tiefer liegenden Prospektfeldern sind die Pfeifen vom Octavbass 8' aufgestellt. Dahinter ist das Schwellwerk untergebracht. Die Ausmaße der gesamten Orgel betragen 4,20m in der Breite, 2,15m in der Tiefe. Der höchste Turm in der Mitte hat eine Höhe von 4,37m. So ist das Gehäuse aus bestem massivem Bergfichtenholz in Rahmen und Füllungen gefertigt, welches mit einer matten Lackierung überzogen ist. Für unsere Orgeln werden nahezu ausschließlich heimische Hölzer verwendet. Jedes Detail wird speziell geplant, berechnet und angefertigt. Die einzelnen Teile werden fast alle in unserer Werkstatt, größtenteils in althergebrachter grundsolider Handwerkstechnik, wobei auch moderne Fertigungsmethoden Anwendung finden, angefertigt. Die Windladen, das eigentliche Herzstück der Orgel, wurden aus Eichenholz gefertigt, die Holzpfeifen aus Bergfichte und Eiche. Sämtliche Hölzer wurden, bevor sie zur Verarbeitung kommen, jahrelang an der Luft getrocknet, nur so kann gewährleistet werden, dass keine Spannungen im Holz mehr vorhanden sind und ein nachträgliches Reißen bewirken könnten. Von den insgesamt 1248 Pfeifen sind 1070 Labialpfeifen aus einer Zinn-Blei-Legierung, 66 Holzpfeifen und 112 Zungenpfeifen. Die größte Pfeife mißt ca. 2,8m (Körperlänge ca. 2,4m) und die kleinste, das g''' der Terz 1 3/5', hat eine Körperlänge von ca. 12mm. Die unterschiedlichen Bauformen der Pfeifen , wie zylindrisch, konisch, teilgedeckt, gedeckt, rechteckig, sowie die Verwendung der verschiedensten Materialien bilden die Grundlage für die Vielfalt der unterschiedlichsten Klangcharaktere in den einzelnen Registern. Es ist dann die Kunst des Intonateurs, jeder einzelnen Pfeife ihren spezifischen Klangcharakter zu geben und das Instrument einheitlich und geschlossen erklingen zu lassen. Das Orgelwerk arbeitet nach dem Prinzip der rein mechanischen Schleiflade. So werden vom eingebauten Spieltisch im Orgelfuß sämtliche Befehle, die der Organist über Tasten oder Registerzüge an die Windladen gibt, mittels Gestänge, Wellen und Winkel weitergeleitet. Die Zuverlässigkeit und Präzision mechanischer Trakturen sind nach wie vor unübertroffen. Der erhebliche Aufwand, der für eine präzise Mechanik betrieben wird, rechtfertigt sich durch die musikalischen Möglichkeiten, die dem Organisten dadurch zu Verfügung gestellt werden. Die geringen Instandhaltungskosten und die praktisch nahezu unbegrenzte Lebensdauer zeigen uns die überkommenen Orgeln des Barockzeitalters.


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